China eSIM einrichten: vom QR-Code bis zum Dual-SIM-Betrieb
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China eSIM einrichten dauert rund zehn Minuten – aber die zehn Minuten müssen vor dem Abflug liegen, nicht danach. Ist das Profil einmal installiert, fließen nach der Landung innerhalb von 60 Sekunden Daten. Der Ablauf ist immer derselbe: Tarif online kaufen, QR-Code scannen, die Leitung als Datenleitung setzen, Datenroaming einschalten. Die Heim-SIM bleibt parallel aktiv, damit Sie SMS-Empfang für Banking und Zwei-Faktor-Codes behalten. Im Folgenden geht es um den Kompatibilitätscheck, die Einrichtung auf iPhone und Android, den APN, den Dual-SIM-Betrieb und die vier Fehler, an denen die meisten Einrichtungen scheitern.
Neu in der eSIM-Technik? Dann zuerst der Einsteigerleitfaden – dort stehen die Modelllisten, die hier nur gestreift werden.
Ist Ihr Telefon kompatibel? Der 60-Sekunden-Check
Die Installation scheitert fast immer an einer von drei Ursachen: kein eSIM-Chip, ein an den Heimat-Carrier gesperrtes Gerät oder ein in Festlandchina gekauftes iPhone ohne eSIM. Prüfen Sie diese drei Punkte, bevor Sie den QR-Code scannen.
| Prüfpunkt | So testen Sie es | Typischer Stolperstein |
|---|---|---|
| eSIM-Chip vorhanden | *#06# wählen und nach einer EID mit 32 Stellen suchen |
Keine EID = keine eSIM-Hardware, unabhängig vom Modellnamen |
| Gerät entsperrt | iPhone: Einstellungen > Allgemein > Info > „Keine SIM-Einschränkungen“ | Geräte von AT&T, Verizon und T-Mobile USA sind häufig gesperrt |
| Modell für China geeignet | iPhone XR oder neuer, Samsung ab S20, Pixel ab 4 | Festland-China-iPhones haben Dual-nano-SIM statt eSIM |
Die Modellliste ist übrigens der unzuverlässigste Test von allen: Zwei Geräte mit demselben Namen können sich je nach Verkaufsregion unterscheiden. Die EID ist der einzige Nachweis, der wirklich zählt – sie ist die Seriennummer des eSIM-Chips und steht auch in den Geräteinfos.
Sind alle drei Punkte grün, kann es losgehen. Die vollständigen Listen – inklusive Huawei, Xiaomi, Oppo, Vivo, OnePlus und der Sonderfälle für Hongkong und Macau – stehen im Einsteigerleitfaden.
China eSIM einrichten: die Reihenfolge, die Fehler vermeidet
Die Reihenfolge entscheidet über den Aufwand. Wer erst in China kauft, steht vor einem Hotspot, der für die Freischaltung zuerst eine chinesische Nummer per SMS bestätigt haben will, und kommt an die Bestellseite nicht mehr heran. Zuhause, im eigenen Netz, ist jeder Schritt eine Sache von Minuten.
Tarif kaufen, solange Sie noch WLAN haben
Jeder größere Anbieter verkauft China-Tarife online und schickt den QR-Code per E-Mail. Vergleichen Sie nach Laufzeit, Datenvolumen und danach, ob internationales Routing enthalten ist. Preise und Laufzeiten aller Anbieter stehen im Tarifvergleich mit Preisen.
| Anbieter | Preisbereich (7 Tage) | Routing | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Roami | $18–$50 | Hongkong-Routing | Zuverlässigkeit in allen Regionen |
| Saily | $20–$45 | virtueller Standort | Datenschutzbewusste Nutzer |
| Holafly | $27–$50 | integriert | unbegrenzte Daten |
| Airalo | $15–$25 | keins | preisbewusste Reisende |
| Ubigi | $18–$30 | keins | China-Telecom-Regionen |
China eSIM installieren: der QR-Ablauf in acht Schritten
Der China eSIM QR Code steht in der Bestätigungsmail; sichern Sie ihn als Screenshot, bevor Sie das Haus verlassen. Der Ablauf ist bei allen Geräten ähnlich:
- E-Mail öffnen und den QR-Code-Anhang herunterladen, damit er offline verfügbar ist.
- Screenshot vom QR-Code machen – die E-Mail kann in China unerreichbar sein.
- Mobilfunk- oder SIM-Einstellungen öffnen und „eSIM hinzufügen“ wählen.
- QR-Code scannen – aus der E-Mail oder aus der Fotomediathek.
- Leitung benennen, zum Beispiel „China Daten“. „Sekundär“ ist ein schlechter Name, weil Sie ihn später beim Suchen verwechseln.
- Als Standard für Mobilfunkdaten setzen.
- Heim-SIM als Standard für Sprache und SMS belassen.
- Datenroaming für die neue Leitung einschalten (siehe unten).
Das Profil ist danach installiert und bleibt inaktiv, bis es sich in China einbucht. Wer die China eSIM aktivieren will, muss also nichts weiter tun, als bei der Landung Datenroaming und Netzauswahl zu prüfen.
APN: meist automatisch, manchmal Handarbeit
Der APN (Access Point Name) sagt dem Telefon, über welchen Zugangspunkt es Daten routen soll. Moderne Profile konfigurieren ihn selbst; schlägt das fehl, hilft die Tabelle:
| Anbieter | APN | Benutzername | Passwort | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|
| Roami | roamiglobal | (leer) | (leer) | die meisten Geräte konfigurieren automatisch |
| Airalo | airaloprofile | (leer) | (leer) | auf einigen Androids manuell nötig |
| Holafly | hola | (leer) | (leer) | iPhone automatisch |
| Saily | saily | (leer) | (leer) | automatisch auf den meisten Geräten |
| Ubigi | ubigi | (leer) | (leer) | auf Samsung teils manuell |
| Nomad | nomad | (leer) | (leer) | iPhone automatisch |
Wichtig: APN-Einstellungen gelten pro Leitung. Bei zwei aktiven Profilen müssen Sie die richtige Zeile bearbeiten, sonst ändern Sie die Werte Ihrer Heim-SIM.
Datenroaming einschalten – und nur dort
Datenroaming muss für die Reise-eSIM an sein, auch wenn Sie nicht im klassischen Sinn roamen: Das Profil behandelt die Verbindung zu China Mobile als Roaming-Partner. Auf der Heim-SIM bleibt Datenroaming aus, sonst greifen die Tarife Ihres Heimanbieters.
- iPhone: Einstellungen > Mobilfunk > Leitung antippen > „Datenroaming“ ein.
- Samsung: Einstellungen > Verbindungen > SIM-Karten-Manager > Leitung antippen > „Datenroaming“ ein.
- Pixel: Einstellungen > Netzwerk & Internet > SIMs > Leitung antippen > „Datenroaming“ ein.
Springt der Schalter immer wieder zurück, Gerät neu starten und erneut versuchen. Bleibt es dabei, Profil entfernen und neu hinzufügen.
iPhone: Profil hinzufügen, Leitung benennen, Roaming prüfen
Der Ablauf ist von iOS 12 bis iOS 20 gleich und gilt für iPhone XR, 11, 12, 13, 14, 15, 16 und 17.
Profil hinzufügen
- Einstellungen > Mobilfunk öffnen (in manchen Regionen „Mobile Daten“).
- „eSIM hinzufügen“ oder „Mobilfunktarif hinzufügen“ tippen.
- Von den drei Optionen „QR-Code verwenden“ wählen. „Details manuell eingeben“ nur, wenn Ihr Anbieter SM-DP+-Adresse und Aktivierungscode statt eines QR-Codes geschickt hat; „Von benachbartem iPhone übertragen“ nur zum Umzug einer laufenden eSIM.
- QR-Code scannen, dann 10–30 Sekunden warten, bis das Profil geladen ist.
- Leitung beschriften, etwa „China Daten“.
- Standardleitungen festlegen: Sprache auf die Heim-SIM, Daten auf die Reise-eSIM, iMessage und FaceTime auf die Heim-SIM oder beide.
- „Weiter“ tippen.
Leitung konfigurieren
- Einstellungen > Mobilfunk > Leitung „China Daten“ öffnen.
- Datenroaming ein – der Schritt, der am häufigsten vergessen wird.
- Netzauswahl zunächst auf „Automatisch“ lassen.
- Prüfen, ob als Netz „China Mobile“ (oder der Roaming-Partner Ihres Anbieters) erscheint.
- Nach unten zu den APN-Einstellungen scrollen und kontrollieren, ob der Wert eingetragen ist.
Wenn nach der Ankunft kein Dienst zustande kommt
- Einstellungen > Mobilfunk > Netzauswahl > „Automatisch“ aus.
- 10–15 Sekunden warten, bis die Liste erscheint.
- „China Mobile“ wählen (in der MCC-MNC-Anzeige 460-00).
- Wenn das nicht trägt: „China Unicom“ (460-01), dann „China Telecom“ (460-11).
- Flugmodus zehn Sekunden ein und wieder aus.
- Letzte Stufe: Neustart.
Verbindung testen
- Safari öffnen und eine in China blockierte Seite aufrufen.
- Lädt sie, greift das internationale Routing.
- IP-Adresse auf whatismyip.com prüfen – sie sollte außerhalb Chinas liegen, typischerweise Hongkong oder Singapur.
- Google Maps mit einem lokalen Ziel testen.
- WhatsApp-Nachricht senden.
iPhone-spezifische Stolpersteine
„Mobilfunktarif kann nicht hinzugefügt werden“ – der QR-Code ist abgelaufen oder bereits verwendet. Der Support stellt in der Regel innerhalb von Minuten einen neuen aus.
Zwei eSIMs parallel – iPhone XR bis 12 unterstützen eine physische SIM plus eine eSIM, iPhone 13 und neuer zwei aktive eSIMs gleichzeitig. Beide Leitungen müssen von kompatiblen Anbietern stammen.
Profil installiert, aber nicht sichtbar – Einstellungen > Mobilfunk > „eSIM hinzufügen“ > „Von benachbartem iPhone übertragen“ anstoßen; manchmal erkennt das Gerät das geladene Profil damit erneut.
Taucht „Mobilfunk-Datennetz“ gar nicht auf, fehlt der APN-Zugriff – dann entweder ein APN-Profil des Anbieters installieren oder die Heim-SIM kurz deaktivieren, die APN eintragen und die Heim-SIM wieder einschalten.
Und ein Sonderfall, der viele überrascht: In Festlandchina gekaufte iPhones haben keine eSIM-Hardware. Dort hilft nur eine physische SIM.
Android nach Marke: Samsung, Pixel und der Huawei-Sonderfall
Samsung (One UI) One UI legt die eSIM-Einstellungen unter „Verbindungen“ ab.
- Einstellungen > Verbindungen > SIM-Karten-Manager > „eSIM hinzufügen“.
- „QR-Code vom Dienstanbieter scannen“ wählen und scannen; das Profil lädt in etwa 20 Sekunden.
- Leitung benennen, etwa „China Daten“.
- Im SIM-Karten-Manager die neue Leitung öffnen: „Mobile Daten“ ein.
- „Datenroaming“ ein.
- Diese Leitung als bevorzugte SIM für mobile Daten setzen.
- Die Heim-SIM bleibt bevorzugt für Sprachanrufe und Nachrichten.
- APN: Einstellungen > Verbindungen > Mobilfunknetze > Zugangspunktnamen > „+“ > Werte eintragen > Drei-Punkte-Menü > Speichern.
Ist „eSIM hinzufügen“ ausgegraut, ist das Gerät meist anbieter-gesperrt; in den USA verkaufte T-Mobile- und Verizon-Varianten beschränken eSIM teils auf das eigene Netz. Auch Beta-Firmware kann das Menü ausblenden.
Google Pixel Pixel haben den kürzesten Weg zum Profil.
- Einstellungen > Netzwerk & Internet > SIMs > „eSIM hinzufügen“ > „Stattdessen eine SIM herunterladen?“
- „QR-Code scannen“ oder „Code manuell eingeben“.
- Das Profil installiert sich sofort; in der SIM-Liste den neuen Eintrag öffnen.
- „SIM verwenden“ ein, „Datenroaming“ ein.
- Als bevorzugte SIM für Daten setzen.
- APN: SIMs > Leitung > „Zugangspunktnamen“ > „+“ > Werte eintragen > Speichern (Häkchen oben links).
Huawei Huawei-Geräten fehlt das Google-eSIM-Framework, deshalb führt der Weg über ein zweites Telefon:
- Profil auf einem eSIM-fähigen iPhone oder Samsung installieren.
- Dort in den eSIM-Einstellungen eine Export- oder Backup-Funktion suchen – nicht jeder Anbieter erlaubt das.
- Profil per Phone-Clone-App oder über SM-DP+-Adresse und Aktivierungscode übertragen.
- Auf dem Huawei: Einstellungen > Mobilfunknetz > Mobile Daten > SIM-Verwaltung > eSIM-Verwaltung > Aktivierungsdaten eingeben.
In etwa 60 % der Fälle klappt das; sonst bleibt die physische SIM von China Unicom am Flughafenschalter oder ein Pocket-WiFi.
Dual-SIM: Heim-SIM bleibt für SMS, die eSIM übernimmt die Daten
Hier passieren die meisten Fehler. Die Regel ist einfach: Daten laufen über die Reise-eSIM, Anrufe und SMS über die Heim-SIM. Damit bleiben Zwei-Faktor-Codes Ihrer Bank erreichbar, während der Datenverkehr nicht über den Heimatvertrag läuft.
| Einstellung | Heim-SIM | Reise-eSIM |
|---|---|---|
| Mobilfunkdaten | aus | ein |
| Sprachanrufe | Standard | nicht genutzt |
| SMS/iMessage | Standard | nicht genutzt |
| Datenroaming | aus | ein |
| Visuelle Mailbox | Standard (falls unterstützt) | aus |
iPhone: Einstellungen > Mobilfunk > jede Leitung einzeln prüfen (Heim-SIM: Roaming aus; Reise-eSIM: Roaming ein) > „Mobilfunkdaten“ auf „China Daten“ > „Standard-Sprachleitung“ auf die Heim-SIM.
Samsung: SIM-Karten-Manager > SIM 1 (Heim): Mobile Daten aus, Anrufe und Nachrichten an > SIM 2 (Reise-eSIM): Mobile Daten und Roaming an, Anrufe und Nachrichten aus > „Bevorzugte SIM für“: Sprache, Videoanrufe und Nachrichten auf SIM 1, mobile Daten auf SIM 2.
Pixel: SIMs > Heim-SIM: „SIM verwenden“ an, Roaming aus > Reise-eSIM: „SIM verwenden“ an, Roaming an > oben „Mobile Daten“ auf die Reise-eSIM, „Anrufe“ und „SMS“ auf die Heim-SIM.
Heim-SIM nicht deaktivieren. Viele Banking-Apps und die WhatsApp-Neuregistrierung verlangen eine SMS an die Heimnummer. Ohne eingelegte Heim-SIM kommen diese Codes nicht an.
Was passiert, wenn Sie jemand anruft. Bei korrekter Konfiguration klingelt der Anruf auf der Heim-SIM, Sie nehmen normal ab, und die Daten laufen währenddessen über die Reise-eSIM weiter. Ist WLAN-Telefonie aktiviert, wird der Anruf stattdessen über die Datenverbindung der Reise-eSIM geführt – das schont den Akku und funktioniert auch dort, wo Ihr Heimanbieter kein Roaming-Abkommen hat, die Reise-eSIM aber Daten liefert. Der Haken: WLAN-Telefonie muss vor der Abreise im Heimnetz eingerichtet sein, nachträglich in China lässt sie sich oft nicht mehr aktivieren.
Hotspot: Was die Tarife erlauben
Ob Sie das Telefon als Hotspot für Laptop oder Tablet nutzen dürfen, steht in den Bedingungen des Anbieters.
| Anbieter | Hotspot | Anmerkung |
|---|---|---|
| Roami | ja | volle Geschwindigkeit, keine künstliche Drosselung |
| Holafly | ja | nach 500 MB/Tag geteilter Daten oft gedeckelt |
| Airalo | ja | keine Einschränkung in den AGB genannt |
| Saily | ja | Daten stammen aus demselben Kontingent |
| Ubigi | ja | bei den meisten Tarifen aktiviert |
| Nomad | ja | erlaubt |
iPhone: Einstellungen > Persönlicher Hotspot > „Anderen erlauben, beizutreten“ ein, WLAN-Passwort setzen, Laptop oder Tablet verbinden. Android: Einstellungen > Verbindungen > Mobiler Hotspot und Tethering (Samsung) bzw. Netzwerk & Internet > Hotspot & Tethering (Pixel) > „Mobiler Hotspot“ ein > Netzwerknamen und Passwort setzen > andere Geräte verbinden.
Der Hotspot nutzt immer die Datenleitung, also die Reise-eSIM – auch wenn Sprache über die Heim-SIM läuft. Drei Faktoren bremsen ihn: Netzlast des lokalen Anbieters (12–14 Uhr und 18–21 Uhr Ortszeit in dichten Vierteln), Drosselung durch den Anbieter und die Entfernung zum verbundenen Gerät – jenseits von fünf Metern bricht die Rate spürbar ein. Für E-Mail, Browser und Slack reicht es bei allen; für Videoanrufe sind Tarife mit priorisierten Daten die bessere Wahl.
Ein Detail, das im Hotelzimmer zählt: Der Hotspot läuft über den Akku des Telefons. Für einen halben Arbeitstag am Laptop sollten Sie das Gerät dabei am Ladegerät haben.
Ein Profil, ein Gerät: Warum Klonen nicht funktioniert
Ein Profil lässt sich immer nur auf einem Gerät installieren, weil es an den eSIM-Chip (die eUICC) gebunden ist. Vier Wege bleiben:
- Hotspot – der einfachste, funktioniert mit allen großen Anbietern.
- Umziehen – Profil auf dem Telefon löschen und mit dem ursprünglichen QR-Code auf dem Tablet installieren. Aktiv bleibt es nur an einer Stelle.
- Zweiter Tarif – manche Anbieter rabattieren mehrere Tarife in einer Bestellung.
- Multi-Geräte-Tarife – selten, Bedingungen vor dem Kauf prüfen.
Alle großen Anbieter (Airalo, Holafly, Saily, Ubigi, Nomad) schließen die gleichzeitige Nutzung eines Profils auf mehreren Geräten in ihren AGB aus. Wird dasselbe Profil auf zwei Geräten aktiv erkannt, kann der Anbieter beide sperren.
Der Zeitplan: 24 Stunden vorher, am Gate, zehn Minuten nach der Landung
Wer die Einrichtung an drei Zeitpunkten aufteilt, muss unterwegs nichts mehr entscheiden.
24 Stunden vor dem Abflug (zu Hause, im WLAN)
- EID prüfen und Entsperrstatus kontrollieren.
- Tarif kaufen, QR-Code per E-Mail abholen, Screenshot anlegen.
- Profil installieren, Leitung benennen, als Datenleitung setzen.
- Datenroaming für die neue Leitung ein, für die Heim-SIM aus.
- APN kontrollieren, falls der Anbieter keine Automatik hat.
- Offline-Karten der Zielstädte laden.
- Wenn Sie zusätzlich eine eigene VPN-App nutzen wollen: jetzt installieren und testen – der passende VPN-Leitfaden nennt die Protokolle, die in China tragen.
Am Gate
- Kurz in die Mobilfunkeinstellungen sehen: Steht die Reise-eSIM als Datenleitung, die Heim-SIM für Sprache?
- Prüfen, ob das Profil noch da ist und „aktiviert“ angezeigt wird – es ist bis zur Einbuchung inaktiv und verbraucht kein Datenvolumen.
- Die QR-Code-Mail nicht löschen. Sie ist die einzige Neuinstallationsquelle, wenn das Profil unterwegs verschwindet.
Zehn Minuten nach der Landung
- Flugmodus aus, dann kurz warten. In der Regel bucht sich das Gerät selbst ein.
- Bleibt „Kein Dienst“ stehen: Netzauswahl auf manuell, 10–30 Sekunden warten, China Mobile wählen. Wenn das nicht trägt, China Unicom, dann China Telecom.
- Browser öffnen und eine Seite laden, die in China blockiert ist – daran erkennen Sie, ob das internationale Routing greift.
- WeChat und Alipay starten; beides sollte vorbereitet sein (nächster Abschnitt).
Warum nicht erst am Flughafen installieren? Weil das WLAN dort eine chinesische Nummer für die SMS-Bestätigung verlangt, die Bestellseite hinter der Firewall liegen kann und Ihnen bei einem halben Download die Support-Kanäle fehlen. Technisch möglich, praktisch der schlechteste Zeitpunkt.
WeChat und Alipay: die fünf Minuten nach der Aktivierung
Sobald Daten fließen, geht es ums Bezahlen: In Restaurants, im Nahverkehr und an Ticketschaltern läuft fast alles über QR-Codes.
WeChat: App vor der Abreise installieren, mit der Heimnummer registrieren (der Bestätigungscode kommt per SMS auf die Heim-SIM – deshalb bleibt sie aktiv), unter „Ich > Dienste > Brieftasche“ eine ausländische Kreditkarte hinterlegen. Einzelne Mini-Programme – Essenslieferung, Fahrradverleih, einige U-Bahn-Tickets – verlangen eine chinesische Nummer. Eine reine Daten-eSIM bringt keine mit; dafür brauchen Sie eine physische SIM oder den Umweg über Alipay.
Alipay: Für ausländische Karten ist Alipay der bequemere Weg. „Tour Card“ wählen, Identitätsprüfung mit dem Reisepass, Kreditkarte verknüpfen, danach funktioniert das Scannen an jedem Händler – ohne chinesische Nummer und ohne Bankkonto.
Welche Apps sonst noch gebraucht werden – DiDi für Fahrten, Pleco zum Übersetzen, Trip.com für Zugtickets – steht im Apps-Leitfaden. Für Navigation gilt: Apple Maps nutzt lokale Kartendaten und ist beim Abbiegen genauer, Google Maps taugt für den ersten Überblick und für Offline-Downloads.
Datenvolumen nachladen, bevor es knapp wird
Mitten in der Reise ohne Daten dazustehen ist vermeidbar – aber nur, wenn Sie vorher wissen, wie das Nachladen läuft, denn ohne Verbindung kommen Sie an die Anbieterseite nicht heran.
Automatisch: Einige Plattformen beobachten den Verbrauch und buchen nach, sobald nur noch 10 % übrig sind. Das ist der zuverlässigste Weg, weil er ohne Ihr Zutun funktioniert.
Manuell: In der App des Anbieters den aktiven Tarif öffnen und Daten hinzufügen – bei Airalo, Holafly, Saily, Ubigi und Nomad jeweils unter „Meine eSIMs“ oder „Meine Tarife“. Nachbuchungen sind anbietergebunden: Ein Saily-Guthaben lässt sich nicht auf ein Airalo-Profil übertragen.
Wenn nichts mehr geht: Hotel-WLAN nutzen – die meisten chinesischen Hotels verlangen nur die Zimmernummer, keine Telefonnummer. Das Nachladen ist meist innerhalb von ein bis zwei Minuten aktiv. Nach Verbrauch des Volumens bleibt das Profil installiert, der Datenfluss stoppt; die meisten Anbieter räumen 24 bis 48 Stunden Kulanz ein, bevor sie das Profil abschalten.
Die vier häufigsten Fehler – und was sie bedeuten
„Kein Dienst“ nach der Landung. In neun von zehn Fällen steht die automatische Netzauswahl auf einem Betreiber, der im Tarif nicht enthalten ist. Stellen Sie manuell auf China Mobile, dann Unicom, dann Telecom; danach Flugmodus zehn Sekunden an und wieder aus, zuletzt Neustart. In Parkhäusern und Untergeschossen bleibt die Netzliste ohnehin leer – das ist kein Defekt des Profils.
Aktivierung bleibt bei „Aktivierung …“ stehen. Der Profil-Download braucht eine stabile Leitung; ein Hotspot mit SMS-Pflicht blockiert ihn. Löschen Sie das hängende Profil, verbinden Sie sich mit einem verlässlichen WLAN, starten Sie das Gerät neu und installieren Sie über die Anbieter-App. Bleibt es hängen, hilft die manuelle Eingabe von SM-DP+-Adresse und Aktivierungscode.
Signal steht, aber nichts lädt. In dieser Reihenfolge prüfen: Datenroaming auf der richtigen Leitung, APN-Werte, Flugmodus-Zyklus. Lädt eine chinesische Seite, google.com aber nicht, ist die Einrichtung in Ordnung und es fehlt das internationale Routing.
Profil lässt sich nicht installieren. QR-Codes laufen nach 24 bis 72 Stunden ab, ein zweiter Scan scheitert ebenfalls. Neuen Code beim Support anfordern, im stabilen WLAN installieren, nicht im Flugzeug-WLAN. Wichtig: Erst löschen, wenn Sie die SM-DP+-Adresse und den Aktivierungscode gesichert haben – sonst ist der Tarif weg.
Reicht das nicht, geht es im Detail weiter: Die Fehlerbehebung sortiert die Fehlerbilder nach Ursache – vom hängenden Aktivierungsdialog bis zum gesperrten Gerät.
Profil auf ein neues Telefon mitnehmen
Wer unterwegs das Gerät wechselt, braucht drei Dinge: die SM-DP+-Adresse, den Aktivierungscode und die Bestellnummer – alle drei stehen in der Kaufbestätigung, die Sie hoffentlich als Screenshot gesichert haben.
Der Ablauf: Profil auf dem alten Gerät löschen, auf dem neuen installieren, dort als Datenleitung setzen und Datenroaming einschalten. Das alte Gerät verliert dabei die Verbindung; parallel aktiv geht nicht. Üblich sind drei bis fünf Neuinstallationen pro Tarif – jede Nutzung zählt gegen dieses Kontingent. Wer das Profil verliert, ohne die Daten gesichert zu haben, muss in der Regel einen neuen Tarif kaufen – deshalb gehört der Screenshot in die Checkliste.
Noch ein Sonderfall: Ein Profil lässt sich nicht auf eine andere Person übertragen. Die Bindung an den eSIM-Chip gilt auch beim Weitergeben eines gebrauchten Telefons.
Checkliste zum Ausdrucken
Vor der Abreise
- EID vorhanden, Gerät entsperrt, Modell für eSIM geeignet
- Tarif gekauft, QR-Code per E-Mail erhalten
- Screenshot des QR-Codes im Telefon gespeichert
- Profil installiert, Leitung „China Daten“ benannt
- APN geprüft, falls keine Automatik
- Reise-eSIM als Datenleitung, Heim-SIM für Sprache und SMS
- Datenroaming: Reise-eSIM ein, Heim-SIM aus
- Offline-Karten geladen
- WeChat und Alipay installiert
- Support-Kontakt und Bestellnummer notiert
Nach der Landung
- Flugmodus aus, Einbuchung abwarten
- Bei „Kein Dienst“: manuelle Netzauswahl, China Mobile
- Testseite laden, Routing prüfen
- WeChat-Zahlung und Alipay Tour Card fertig einrichten
- Hotspot testen, falls Laptop oder Tablet mit soll
Die aktuellen China-Tarife lassen sich vor dem Kauf mit der kostenlosen Testversion prüfen – so sehen Sie, ob Routing und Gerät zusammenspielen.
Häufige Fragen zur Einrichtung
Wie lange dauert die Installation? Der Scan selbst wenige Sekunden, der Profildownload 10 bis 30 Sekunden. Mit Kauf, APN-Kontrolle und Dual-SIM-Einstellungen sind es rund zehn Minuten – solange Sie im WLAN sind.
Kann ich das Profil schon Wochen vorher installieren? Ja. Es bleibt inaktiv und verbraucht kein Datenvolumen, bis es sich in einem chinesischen Netz einbucht. Manche Tarife starten die Laufzeit erst bei der ersten Verbindung, andere beim Kauf – das steht in den Tarifdetails.
Warum steht die Leitung nach der Installation auf „Kein Dienst“? Weil sie noch kein Netz gefunden hat. Das ist der Normalzustand außerhalb Chinas und kein Hinweis auf einen Fehler.
Brauche ich den APN überhaupt? In den meisten Fällen nicht. Nur wenn nach der Landung das Signal steht und keine Daten fließen, lohnt der Blick in die Werte – dann aber als erstes.
Kann ich während der Reise zwischen zwei Profilen wechseln? Ja, aber nur eines ist gleichzeitig für Daten zuständig. Bei Reisen über Hongkong oder Macau lohnt von Anfang an ein Tarif, der mehrere Gebiete abdeckt – Details bei den Tarifen für Hongkong und Macau.
Was mache ich, wenn ich die Bestätigungsmail gelöscht habe? Support mit der Bestellnummer kontaktieren. Ohne SM-DP+-Adresse und Aktivierungscode lässt sich ein Profil nicht neu ausstellen, und ohne Profil hilft nur ein neuer Tarif.
Wie es weitergeht
Wenn die Verbindung steht, fehlt nur noch der Alltag: Bezahlen, Navigieren, Tickets. Der Apps-Leitfaden führt durch die Einrichtung von Alipay, WeChat Pay, DiDi und Trip.com. Wenn beim Einrichten etwas hakt, hilft die Fehlerbehebung weiter. Und wer die Anbieterwahl noch offen hat, findet im Gesamtüberblick Kompatibilität, Preise und Abdeckung in einem Stück.
Wer den Tarif nach dem ersten Test noch wechseln möchte: Der China-Tarif mit automatischem Netzwechsel arbeitet ohne manuelle Netzauswahl und wechselt selbstständig zwischen China Mobile, Unicom und Telecom. Auf den ersten Tarif gibt es mit dem Code WEB20 20 Prozent Rabatt.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026. Preise und Tarifdetails können sich ändern. Prüfen Sie vor der Abreise die aktuellen APN-Werte und Bedingungen auf der Website Ihres Anbieters.
Die Einrichtungsschritte folgen den Herstelleranleitungen von Apple und Samsung sowie der GSMA-Spezifikation für eSIM-Profile.